10.10.2026
Bund Freier evangelischer GemeindenTH-Ewersbach | Theologie, die Leben verändert
Theologie, die Leben verändert
Semester Opening der Theologischen Hochschule Ewersbach
So viele junge Menschen wie noch nie in einem Jahrgang beginnen ihr Studium an der FeG-eigenen akkreditierten Hochschule. Artur Wiebe berichtet von einer theologischen Feier und einem ausgelassenen Fest voller Berufung Gottes und bewegenden Lebensgeschichten, die das Herz warm macht und das Auge fast feucht werden lässt.
Buntes Konfetti fliegt durch die Luft im Kronberg-Forum. Die Besucherinnen und Besucher stehen auf, strecken ihre Hände aus und segnen die Studierenden. Es ist ein Fest: Freude und Dankbarkeit und Hoffnung füllen Herz und Raum beim Semester Opening der Theologischen Hochschule Ewersbach (THE) am 4. Oktober 2026 wird es spürbar. Hier auf dem „heiligen Berg“ und in der digitalen Studiengemeinschaft geht es um mehr als Vorlesungen, Prüfungen und akademische Abschlüsse. Es geht um Menschen, die Jesus lieben, Gottes Wort verstehen und die Welt in seinem Sinne verändern wollen. Und davon gibt es in diesem Jahr besonders viele: 22 Studierende starten in das Studienjahr 2026/2027 – der größte neue Jahrgang seit Bestehen der Hochschule.
Überraschende Gebetserhörungen
Die Begeisterung darüber ist dem Jahrgangsdozenten Gert J. Steyn deutlich anzumerken. Diesen historischen Moment wollte er sich nicht entgehen lassen, sondern live vor Ort miterleben. Der Professor für Neues Testament mit südafrikanischen Wurzeln ist extra früher aus Nairobi (Kenia) zurückgekehrt, wo er als Leiter des „Theologischen Komitees“ an der Konferenz des Internationalen Bundes Freier evangelischer Gemeinden (IFFEC) teilgenommen hat.
„Man soll vorsichtig sein, wofür man betet. Es könnte sein, dass Gott das Gebet erhört.“ Für Gert J. Steyn sind die 22 neuen Studierenden eine echte und überraschende Gebetserhörung. Er fordert dazu auf, „zurück in sein Gebetskämmerlein zu gehen“ – und weiterzubeten für noch mehr Menschen, die Gott in seinen Dienst ruft, denn die Welt braucht Menschen, die Hoffnung weitergeben. Gert J. Steyn stellt die neuen Studierenden vor.
Bunte Truppe mit Reich-Gottes-Fokus
Die neuen Studierenden kommen aus verschiedenen FeGs, aber auch aus Gemeinden, die bisher noch weniger im Horizont der Theologischen Hochschule Ewersbach standen, z. B. aus der Move Church in Wiesbaden oder aus Evangelischen Landeskirchen in Hannover oder Württemberg. Für mich ein Hinweis darauf, dass wir in Zukunft unsere (organisatorischen und theologischen) Pflöcke weiter stecken müssen, weil andere theologische Ausbildungsstätten nicht so gut aufgestellt sind.
Die jungen Menschen erzählen in einer Kurzvorstellung von ihren Erfahrungen und dem Weg mit Jesus Christus: Manche möchten Pastorin oder Pastor werden, andere in der Jugendarbeit, Mission oder Diakonie tätig sein. Wir sind gespannt auf das, wohin Gott sie führen wird. Deutlich spürbar wird und berührend ist, was sie verbindet: der Wunsch, ihren Glauben zu vertiefen und Theologie nicht nur zu studieren, sondern so zu leben, dass sie Gott und Menschen dient.
„Theologie muss in die Praxis, sonst ist es einfach nett, dass wir darüber geredet haben“, bringt es Studienanfängerin Sara Schmitt aus der FeG Ladenburg auf den Punkt. „Lebe Theologie“ bedeutet für Timo Beinrucker aus der FeG Passau, „Menschen mit den liebenden Augen Jesu zu sehen“, ein festes Fundament im Glauben zu gewinnen (Simon Kölsch | FeG Wilnsdorf) oder in einer dunklen Welt ein Licht zu sein (Jean-Pierre Weiß | FeG Kassel-Wilhelmshöhe).
Die Bandbreite der Antworten macht deutlich, wie vielfältig und bunt Berufung Gottes aussehen kann. Und lässt mein Herz ganz warm und mein Auge fast feucht werden, denn es erinnert mich daran, mit welchem Wunsch ich meinen Pastorendienst angetreten bin.
Theologie für ein brennendes Herz
„Lebe Theologie“ lautet das Motto des Semester Openings der Theologischen Hochschule Ewersbach. Was das bedeutet, zeigt die Gastdozentin im Masterstudiengang Evangelische Gemeindepraxis, Dr. Evi Rodemann, in ihrer Predigt. Ausgehend von den Emmausjüngern (Lukas 24) fragt die Theologin und Expertin für christliche Jugendarbeit, Mission und Leitungsentwicklung, wann unser Herz zuletzt für Jesus gebrannt hat. Theologie dürfe nicht beim Wissen stehen bleiben. Sie müsse Kopf und Herz erreichen, das eigene Leben verändern und im Alltag sichtbar werden.
Rodemann erzählt von ihrem persönlichen Weg mit Gott, von Berufung, offenen Fragen und überraschenden Begegnungen. Etwa an einer Tankstelle, wo aus einem ungeplanten Gespräch eine kostbare Begegnung mit einem Menschen wird, der sich mit existenziellen Glaubensfragen beschäftigt. Ihre Herausforderung: Sind wir bereit, uns von Gott unterbrechen zu lassen?
Mit 1. Petrus 3,15 erinnert sie daran, dass Christinnen und Christen Auskunft über die Hoffnung geben sollen, die in ihnen lebt. Diese Hoffnung ist mehr als Optimismus oder ein gutes Gefühl. Sie hat einen Namen: Jesus Christus.
Gerade das Theologie-Studium bietet die Chance, tiefer zu graben, kritisch zu fragen, miteinander zu ringen und dabei im Glauben zu wachsen. Auch dann, wenn die Bibel auch durch die wissenschaftliche Brille gelesen wird, um sich dann in der Gemeindepraxis zu bewähren.
Theologie kennt keine Grenzen
Genau das zeigen die Grußworte aus aller Welt. FeG-Präses Henrik Otto meldet sich aus Nairobi (Kenia), wo sich Verantwortliche des Internationalen Bundes Freier evangelischer Gemeinden (IFFEC) treffen. Seine Botschaft: Niemand kann den Leib Christi allein repräsentieren. Christinnen und Christen brauchen einander mit ihren unterschiedlichen Hintergründen und Perspektiven.
Aus Manila, der Hauptstadt der Philippinen, grüßt Wiebke Schmidt-Holzhüter von der Allianz-Mission e. V. Sie ermutigt die Studierenden, über den eigenen Tellerrand zu schauen, von der weltweiten Kirche zu lernen und sich auf andere Kulturen einzulassen. Die Missionarin und Landesleiterin lädt die Studierenden zum Austausch bei einer Tasse Kaffee in die unmittelbare Nachbarschaft ein. Denn Theologie entsteht auch in Begegnungen und Gesprächen in der Küche der Allianz-Mission e. V.
Zurück nach Ewersbach geht es mit Bürgermeister von Dietzhölztal Christian Schüler. Er heißt die neuen Studierenden herzlich in der Hochschulgemeinde Dietzhölztal willkommen und ermutigt sie, nicht nur den Campus, sondern auch den Ort und seine Menschen kennenzulernen. Und wenn der Kopf vom Lernen raucht? Die Natur rund um Ewersbach bietet reichlich Gelegenheit, ihn wieder freizubekommen.
Zeugnisse und Segen, der berührt
Das Semester Opening der Theologischen Hochschule Ewersbach ist gleichzeitig ein Fest für diejenigen, die einen wichtigen Abschnitt ihres Studiums abgeschlossen haben. Die Bachelorabsolventinnen und -absolventen stellen ihre Abschlussarbeiten vor. Die Themen reichen vom Umgang Jesu mit Kindern über Christsein und Reichtum bis zur Rolle christlicher Kunst im Gottesdienst. Auch gesellschaftliche Verantwortung, Gemeindebau und grundlegende theologische Fragen kommen zur Sprache. Wie vielfältig und lebendig Theologie sein kann, zeigt sich hier ganz praktisch: Sie fragt nach Gott und der Welt, nach Vergangenheit und Zukunft, nach persönlichem Glauben und gesellschaftlicher Verantwortung.
Rektor Prof. Dr. Andreas Heiser überreicht die Bachelorzeugnisse. Sie stehen für weit mehr als einen akademischen Abschluss. In ihnen bündeln sich die Jahre des Lernens, persönliche Reifung und die Vorbereitung auf den Dienst in Gemeinde und Gesellschaft.
Als die Absolvierenden zusammen mit neuen Studierenden für das neue Studienjahr gesegnet werden, stehen die Angehörigen und Gäste auf. Für mich ein bewegender Moment von lebendiger Theologie – und ein sichtbares Zeichen dafür, dass uns als Bund FeG die theologische Hochschulgemeinde wichtig ist. Wir sie im Gebet und finanziell mittragen, damit daraus lebendige Theologie entsteht, die Gott und Menschen dient.
FeG-Hochschule – nah dran an Menschen
Lebendige Theologie, das macht die Theologische Hochschule Ewersbach so besonders: Theologie, die nah beim Menschen ist und nah an der Gemeinde dran ist und bleibt. Für Rektor Heiser liegt das in der engen Verbindung von wissenschaftlicher Theologie, persönlicher Glaubensentwicklung und praktischer Gemeindearbeit.
Drei Studiengänge bieten dafür unterschiedliche Wege. Der Bachelorstudiengang Evangelische Theologie, der auch mit Schwerpunktsetzungen auf Jugend, Gemeinde, Mission oder Diakonie studiert werden kann, und die Masterstudiengänge Evangelische Theologie und Evangelische Gemeindepraxis.
Beispielhaft für die Brücke von tiefer Theologie zu geistlicher Feierlaune stehen das theologische Begriffe-Raten mit pantomimischen Einlagen und der lebendige Lobpreis während des Semester Openings. Jannis Brenner leitet als Moderator durch die Veranstaltung und Damian Tesch mit Team begleitet den Gesang musikalisch.
Das Semester Opening der Theologischen Hochschule macht deutlich: Hier wird nicht nur über Gemeinde gesprochen. Hier werden Menschen darauf vorbereitet, Gemeinde zu gestalten, Verantwortung zu übernehmen und das Evangelium weiterzutragen.
Wann startet deine Geschichte Gottes?
Zutiefst dankbar bin ich, dass ich mit dabei gewesen bin. Ich habe miterlebt, wie sich 22 Menschen von Gott rufen lassen und auf das Abenteuer Theologiestudium einlassen. Das ist alles andere als selbstverständlich und ein Kontrapunkt zum oft so lauten kirchlichen Abgesang.
Ich freue mich über die bunte Truppe, ihre unterschiedlichen Geschichten und Begabungen. Und über die Hoffnung, dass aus dem, was heute in Ewersbach beginnt, morgen in Gemeinden, Jugendgruppen, Missionsprojekten und an vielen anderen Orten Neues wächst. Und über unsere FeG Theologische Hochschule, an der wissenschaftliches Denken und lebendiger Glaube zusammengehören – nah dran an Gemeinde eben. Vielleicht beginnt die nächste lebendige Geschichte Gottes ja mit dir!?
Artur Wiebe | Pastor | Referent für Medien und Öffentlichkeitsarbeit im Bund FeG | presse.feg.de
Jetzt lebendige Theologie erleben
- Das Semester Opening 2026/2027 als Video nacherleben: link.feg.de/chthesemesteropening
- „THE Youth“ | Jugendgottesdienst im Kronberg-Forum und im Livestream am 13. November 2026, 18:30 bis 23:00 Uhr
- „THE Experience“: Das Hochschulleben selbst miterleben und hineinschnuppern am 24. November 2026, 8:30 bis 16:00 Uhr
- Infos und Bewerbung: th-ewersbach.de
Theologische Hochschule Ewersbach
Die Theologische Hochschule Ewersbach ist die Ausbildungsstätte des Bundes Freier evangelischer Gemeinden in Deutschland und eine staatlich akkreditierte Hochschule für angewandte Wissenschaft. Sie bietet zwei Bachelorstudiengänge (BA), zwei Masterstudiengänge (MA) sowie vier Zertifikatsstudiengänge (CAS) an. Standort der Hochschule ist das hessische Dietzhölztal. Jeweils ein Bachelor- und ein Masterstudiengang können berufsintegrierend studiert werden. Dies betont die übergreifend hohe Bedeutung von praxisrelevanter Lehre und Forschung für die Hochschule.
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Pressekontakt
Artur Wiebe | Referent für Medien und Öffentlichkeitsarbeit | Pressesprecher
- Telefon: 02302 937-33 | Fax: 02302 937-99
- presse@feg.de | feg.de
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