FeG-Sonderbundestag | Struktur mit Leben füllen

Struktur mit Leben füllen

Bund FeG stellt Weichen für die Zukunft

Coburg | 17. Oktober 2026. Der Bund Freier evangelischer Gemeinden in Deutschland (FeG) ist die nächsten Schritte in seiner strukturellen Neuausrichtung gegangen. Die Strukturveränderungen beinhalten die Neuordnung der Bundesleitung: Bundessekretäre werden zu Regionalsekretären mit deutlichem Fokus auf die Entwicklung der Gemeinden, Einrichtung von Fokusfeldern als Querschnittsaufgaben im Bund FeG und die Wahl eines Generalsekretärs. Die Vorentscheidungen dafür wurden am 25. und 26. September 2026 auf dem FeG-Bundestag in Solingen auf den Weg gebracht und nun in Coburg mit Leben gefüllt. Fünf Personen wurden in ihre neue Verantwortung gewählt – eine steht noch aus.

Sascha Rützenhoff wird FeG-Generalsekretär

Zentrale Entscheidung des FeG-Sonderbundestages war die Wahl von Sascha Rützenhoff zum Generalsekretär. Für die nächsten sechs Jahre übernimmt mit Rützenhoff ein langjähriger Kenner des Bundes FeG das neu geschaffene Amt. Ab 1. Januar 2027 bildet er neben dem FeG-Präses Henrik Otto und dem Geschäftsführer Guido Sadler die Geschäftsführende Bundesleitung (GF BL), die Teil der strategischen Erweiterten Bundesleitung (EW BL) ist. Rützenhoff gehört seit 14 Jahren dem FeG-Leitungsgremium an und verantwortet seit 2013 den Bereich FeG Inland-Mission als Bundessekretär.

In seiner Vorstellung beschrieb Sascha Rützenhoff, wie er das neue Amt in der FeG-Bundesstruktur prägen möchte. Sein Leitungsverständnis orientiere sich am Vorbild Jesu: nicht Titel, Positionen oder persönliche Anerkennung seien entscheidend, sondern die Bereitschaft, Verantwortung im Dienst für andere zu übernehmen. „Ich sehe mich als Ermöglicher“, erklärte Rützenhoff. Er wolle wertebasiert und auftragsorientiert führen. Ihm gehe es um Begleitung statt Kontrolle, um Ermöglichung statt Mikromanagement.

Bund FeG als Servicezentrum für Gemeinden

Als Bild für die Zusammenarbeit wählte Sascha Rützenhoff den Boxenstopp in der Formel 1. Dort seien unterschiedliche Fachleute im Einsatz, die ein gemeinsames Ziel verfolgen: den Fahrer möglichst schnell wieder auf die Strecke zu bringen. Auch im Bund FeG müsse der gemeinsame Auftrag wichtiger sein als die Interessen einzelner Arbeitsbereiche. Rützenhoff möchte die Zusammenarbeit zwischen Fokusfeldern, Referaten und den Ortsgemeinden stärken, indem vorhandene Kompetenzen besser miteinander verbunden werden. Die FeG-Bundeszentrale verstehe er dabei als Servicezentrum. Der eigentliche Ort des Gemeindelebens bleibe die Ortsgemeinde. Ziel sei es, Gemeinden so zu stärken, dass sie ihren Auftrag erfüllen und sich zugleich intensiv in die FeG-Bundesgemeinschaft einbringen können. „Ich möchte mithelfen, dass der Bund FeG das ist und bleibt: eine Lebens- und Dienstgemeinschaft“, sagte Rützenhoff. Zugleich warb er um Vertrauensvorschuss und die Bereitschaft, das neue Amt gemeinsam zu gestalten.

Thomas Koch vom Personalausschuss (PBA) würdigte Rützenhoffs strategische und visionäre Fähigkeiten, seine Erfahrung in der Personalführung und seine Vernetzung. Mit seiner Kenntnis der Gemeinden und Bundesstrukturen könne er die neue Organisationsstruktur ohne lange Einarbeitungszeit mitgestalten. Dem schlossen sich zahlreiche Voten aus den Arbeitsbereichen des Bundes FeG an, die Sascha Rützenhoff als Vorgesetzten erlebt haben.

FeG-Präses Henrik Otto erläuterte den vorausgegangenen Auswahlprozess. Dieser habe lange vor der Vorstellung des Kandidaten begonnen und sowohl interne als auch externe Überlegungen umfasst. Gesucht worden sei eine Persönlichkeit, die theologisch sprachfähig ist, Erfahrung in Leitung und Personalführung mitbringt, die unterschiedlichen Strömungen innerhalb des Bundes FeG kennt und Veränderungsprozesse gestalten kann.

Beteiligung, Vertrauen und Vielfalt

Der Wahl voraus gingen Rückfragen und Stellungnahmen von Delegierten – vor Ort und hybrid. Dabei wurde deutlich, dass die strukturellen Veränderungen sowohl Hoffnungen als auch Unsicherheiten auslösen. Auch die zeitliche Abfolge der Strukturentscheidungen und der Personalbesetzung wurde diskutiert. Kritisch angesprochen wurde, dass keine Frau für das Amt vorgeschlagen worden war und die neue Geschäftsführende Bundesleitung nun männlich besetzt ist.

Henrik Otto räumte ein, dass die bisherige Beteiligung und Kommunikation nicht alle Ebenen der FeG-Bundesgemeinschaft ausreichend erreicht habe. Die ausführliche Diskussion machte deutlich, dass mit der Wahl des Generalsekretärs und der Fokusfelder die strukturelle Neuausrichtung noch nicht abgeschlossen ist. Nun beginnt die praktische Umsetzung, bei der sich die Formen der Zusammenarbeit neu bewähren müssen.

Leitung der FeG-Fokusfelder gewählt

Bereits am Vormittag hatte der Ständige Ausschuss wichtige personelle Entscheidungen getroffen. Mit der Wahl der Leitungen für die neuen Fokusfelder wurden zentrale Voraussetzungen geschaffen, um die beschlossene FeG-Bundesstruktur mit Leben zu füllen. Mit den FeG-Fokusfeldern soll die Arbeit des Bundes stärker auf zentrale Aufgaben ausgerichtet und die Zusammenarbeit über bisherige Zuständigkeitsgrenzen hinweg verbessert werden. Für die fünf Fokusfelder in die Erweiterte Bundesleitung (EW BL) wurde für sechs Jahre gewählt:

  • „Gemeinden gründen“: Katharina Steinhauer,
  • „Evangelisation stärken“: Dirk Ahrendt,
  • „Junge Generation gewinnen“: Dafür wurde bisher keine Person vom PBA zur Wahl vorgeschlagen. Die Bundesleitung wird eine Interimslösung für dieses wichtige Fokusfeld finden.
  • „Gemeinden entwickeln“: Bernd Kanwischer,
  • „Leiterinnen und Leiter fördern“: Merle Schwarz.

Eine weitere Personalentscheidung betraf den Wirtschaftsausschuss (WA). Der Ständige Ausschuss wählte Gunther Kurzius aus der FeG Wetzlar für vier Jahre in das Gremium. Er vertritt darin die Region Mitte-West. Kurzius bringt als Rechtsanwalt insbesondere Erfahrungen im Stiftungs- und Vereinsrecht sowie in der Beratung gemeinnütziger Organisationen mit. Seine juristische Expertise soll die Arbeit des Wirtschaftsausschusses ergänzen.

FeG-Haushalt entwickelt sich positiv

Auch finanziell stellte der Ständige Ausschuss Weichen. Der Jahresabschluss 2025 wurde festgestellt und der Haushaltsplan für 2027 einstimmig genehmigt. Die wirtschaftliche Entwicklung des Bundes FeG beurteilte Guido Sadler im laufenden Jahr als positiv. In den ersten drei Quartalen 2026 lagen die Spendeneinnahmen im Kernbereich des Bundes FeG über dem Vergleichswert. Damit zeichnet sich ein solides Jahr ab. Sadler betonte, dass das vierte Quartal für das Jahresergebnis von großer Bedeutung bleibt.

In der Beratung wurde deutlich, dass die langfristige Finanzierung der Bundesaufgaben eine gemeinsame Verantwortung von Bund FeG und Gemeinden bleibt. Der FeG-Geschäftsführer ermunterte dazu, die Beiträge pro Mitglied und Jahr auf 81,60 € zu steigern – ein Meilenstein auf dem Weg zu den erwünschten 100 €. Zugleich warnte Sadler davor, die Finanzierung des FeG-Bundeshaushalts von Rücklagen oder Erlösen aus dem Verkauf aufgegebener Gemeindeimmobilien abhängig zu machen. Entscheidend sei vielmehr eine tragfähige Finanzierung der gemeinsamen Aufgaben. Der Ständige Ausschuss beschloss den Jahresabschluss 2025 des Versorgungswerks im Bund FeG und entlastete den Vorstand einstimmig.

Lasten tragen und Unterschiede wertschätzen

Für die geistliche Ausrichtung der beiden FeG-Gremien setzten Wilfried Weniger als Sitzungsleiter und FeG-Präses Henrik Otto Akzente. Zur Eröffnung des Ständigen Ausschusses erinnerte dessen Vorsitzender an das Bibelwort „Einer trage der anderen Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen.“ (Galater 6,2 | LUT). Weniger verband die biblischen Worte mit der Aufforderung, einander aufmerksam wahrzunehmen, Unterschiede wertzuschätzen und auch bei schwierigen Fragen gemeinsam nach Lösungen zu suchen.

Henrik Otto griff den Gedanken des gegenseitigen Lastentragens beim FeG-Sonderbundestag auf. Es gehe darum, sich in die Situation anderer Menschen hineinzuversetzen und trotz unterschiedlicher Positionen die gemeinsame Grundlage in Jesus Christus nicht aus dem Blick zu verlieren. Gerade angesichts der Veränderungen im Bund FeG sei es wichtig, das Evangelium als verbindende Kraft neu zu entdecken.

FeG Coburg: Fränkische Gastfreundlichkeit

Die FeG Coburg war eine hervorragende Gastgeberin für den Ständigen Ausschuss und den FeG-Sonderbundestag: kulinarisch, infrastrukturell und insbesondere technisch. Dies war beim obersten Bundesorgan von Bedeutung, da mehr stimmberechtigte Personen online mit dabei gewesen sind und sich aktiv beteiligt haben.

Matthias Stegner aus der Gemeindeleitung grüßte die Teilnehmenden und gab einige Einblicke in die Geschichte und das Gemeindeleben. Die Gemeinde im bayerischen Frankenland blickt auf eine rund 115-jährige Geschichte zurück. Seit 2017 befindet sie sich an ihrem neuen Standort und gehört seit 2018 dem Bund FeG an. Heute besuchen rund 200 Menschen ihre Gottesdienste. Ein großes Dankeschön euch von der FeG-Bundesgemeinschaft!

Artur Wiebe | Referent für Medien und Öffentlichkeitsarbeit im Bund FeG | presse.feg.de

 

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FeG Deutschland | Fakten

Der Bund Freier evangelischer Gemeinden in Deutschland KdöR (FeG) wurde 1874 gegründet und besteht aus 504 selbstständigen Ortsgemeinden mit insgesamt 40.933 Mitgliedern. Er ist mit der Evangelischen Allianz in Deutschland verbunden und Mitglied der Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF) sowie der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK). Sitz der Bundesgeschäftsstelle ist Witten. Präses ist seit 2024 Henrik Otto.

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Foto: FeG Deutschland | NU

Artur Wiebe | Referent für Medien und Öffentlichkeitsarbeit | Pressesprecher

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