Wie Miteinander und Zusammenleben gelingen kann

Am Donnerstag der zurückliegenden Woche legten die römisch-katholische Deutsche Bischofskonferenz (DBK) und der Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK) ein Grundlagenwort vor, das sich mit der Frage der Migration befasst. Von der Evangelisch-methodistischen Kirche war Stephan von Twardowski beteiligt, der als Professor für systematische Theologie an der Theologischen Hochschule Reutlingen lehrt.

Die unter dem Titel »Migration menschenwürdig gestalten« verfasste über zweihundertseitige Schrift nehme »die komplexe Realität von Migrations- und Fluchtbewegungen in den Blick«. So heißt es in der Pressemitteilung anlässlich der Vorstellung des ökumenischen Papiers. Migration müsse menschenwürdiger werden. Sich dafür einzusetzen, ergebe sich schon aus der Bibel. Ziel der Publikation sei, handlungsleitende Orientierungen zu entwickeln.

Der EKD-Ratsvorsitzende, Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm (München), nannte es skandalös und zutiefst beschämend, »dass die Würde und die Rechte von Geflüchteten an so vielen Orten weltweit missachtet und verletzt werden«. Dies geschehe auch an den Außengrenzen der EU: »Deshalb setzen wir uns nachdrücklich für eine europäische Flüchtlingspolitik ein, die sich an den Menschenrechten orientiert.«

Der stellvertretende Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Franz-Josef Bode, sagte, der Text solle ein Zeichen für gesellschaftlichen Zusammenhalt sein und richte sich gegen jede Form von Menschenfeindlichkeit: »Wenn jüdische und muslimische Gotteshäuser geschändet werden, darf uns das als Kirchen nicht kalt lassen.« Das gleiche gelte, wenn Menschen wegen ihrer Hautfarbe oder Weltanschauung bedrängt würden. »Rassismus verleugnet die von Gott gegebene Würde jedes Menschen«, sagte Bode.

Im Geleitwort der Schrift erinnern der DBK-Vorsitzende Georg Bätzing, EKD-Chef Heinrich Bedford-Strohm und der ACK-Vorsitzende Erzpriester Radu Constantin Miron daran, dass es auch in der Geschichte des Christentums immer wieder um Flucht und Migration gegangen sei. Die Bibel lehre deshalb, wie das Miteinander verschiedener Kulturen in den Kirchen gelebt und wie ein Zusammenleben verschiedener Weltanschauungen gelingen könne. Nur wenn das Gemeinwohl im Zentrum stehe, könne Migrationspolitik erfolgreich sein, schreiben die drei Vorsitzenden.

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