Von den Tränen des Vulkans bedeckt

Der 15. Januar 2022 »war ein Tag, der als der dunkelste in die Geschichte Tongas eingehen wird«. So heißt es in der fünfzehnseitigen Projektplanung, mit der die Freie Wesleyanische Kirche von Tonga (Free Wesleyan Church of Tonga, FWC) ihr Hilfsprogramm beschreibt. Darin finden sich kurz- und mittelfristige Projekte über einen Zeitraum von zwei Jahren, mit denen die Folgen der Explosion des Vulkans in Hunga Tonga und Hunga Ha‘apai bewältigt werden sollen.

Sofortreaktion – Wiederherstellung – Wiederaufbau

Trotz der gewaltigen Explosion und riesiger Flutwellen, die alles mitrissen, was sich ihnen in den Weg stellte, sind laut Informationen der FWC nur drei Menschen ums Leben gekommen. Allerdings werde diese Vulkanexplosion »in den Köpfen und Seelen der Tonganer, insbesondere der älteren und jungen Generation, nie vergessen werden«, heißt es im Vorwort der Projektbeschreibung. Die ganze Nation sei »von Staub, Traurigkeit und Tränen des Vulkans bedeckt«. Auch wenn die Schäden immens seien und sich kaum mit Geld oder anderen Maßstäben messen ließen, ist das Vorhaben der tonganischen Methodisten angesichts der Tatsache »wie viele tonganische Leben gerettet wurden« von großer Dankbarkeit und Zuversicht getragen.

Klar und nüchtern beschreibt das Programm, wie in drei Schritten die Sofortreaktion, die Wiederherstellung der Kommunikation und des Zusammenhalts sowie der Wiederaufbau in Angriff genommen wurden. Beispielsweise wird erklärt, dass neunzig Prozent der kleinen Boote in den Flutwellen nach dem Vulkanausbruch zerstört wurden. Für die Kommunikation und Versorgung der Menschen auf der tonganischen Inselgruppe sind diese kleinen Boote unerlässlich. Neben Zelten für die Not-Unterbringung, Betten, Decken, Generatoren und Schulmaterial werden daher auch Boote mit Außenbordmotoren aufgezählt, um den Menschen zu helfen, die Katastrophe zu überwinden.

Linderung der Not braucht Unterstützung

»Bei uns sind etwas über 4.500 Euro an Spenden eingegangen«, erzählt Frank Aichele, der Leiter der deutschen EmK-Weltmission. Insgesamt habe die EmK-Weltmission 5.000 Euro an die Methodistische Kirche in Großbritannien überwiesen. Die britischen Methodisten pflegen intensive Kontakte zu den tonganischen Methodisten und koordinieren die Spenden und Hilfsangebote der europäischen Methodisten für Menschen auf Tonga. Aicheles Sorge ist, »dass bei all den Katastrophen und Problemen weltweit der Vulkanausbruch auf Tonga wahrscheinlich bei den meisten Menschen schon wieder in Vergessenheit geraten ist«. Die Nachrichten vom anderen Ende der Erde seien zwar nur spärlich, »aber die Menschen dort brauchen zur Linderung ihrer Not auch unsere Unterstützung«.

 

Weiterführende Links

Projektplanung der FWC nach dem Vulkanausbruch auf Tonga (englisch, PDF)

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