Schwarzenshof wird wieder Bildungs- und Begegnungsort

Schwarzenshof in Thüringen bekommt eine neue Perspektive. Die über einhundertjährige Geschichte geht weiter. Der Betriebsstart ist für Herbst 2026 vorgesehen.

Eigentümerwechsel perfekt

Am 21. Mai 2026 wurde der Kaufvertrag zur Übernahme des traditionsreichen Geländes zwischen Rudolstadt und Bad Blankenburg unterzeichnet. Die Hoffnungsträger-Stiftung will den Standort als Freizeit- und Bildungszentrum weiterentwickeln und dabei an die lange geistliche und pädagogische Geschichte des Hauses anknüpfen. Geplant ist ein kombinierter Betrieb aus Freizeitheim, Tagungszentrum und Bibelschule. Betrieben werden soll der Standort künftig durch »Jugend mit einer Mission« Deutschland, kurz JMEM. Die Hoffnungsträger-Stiftung und JMEM verbindet eine gemeinsame Wertebasis sowie der Wunsch, Schwarzenshof wieder zu einem Ort der Begegnung, Bildung und geistlichen Orientierung zu machen.

Geschichte geht weiter

 »Der Schwarzenshof war für viele Generationen ein Ort geistlicher Heimat. Diesen Geist möchten wir bewahren und zugleich in die Zukunft führen«, sagt Oliver Konanz, Generalbevollmächtigter der Hoffnungsträger-Stiftung.  »Unser Ziel ist ein ruhiger, pädagogisch geprägter Freizeit- und Bildungsbetrieb, der zur Region passt, gut abgestimmt organisiert ist und die vorhandenen Gebäude verantwortungsvoll nutzt.«

Über Jahrzehnte wurde der Standort als Begegnungs- und Bildungsstätte der Evangelisch-methodistischen Kirche genutzt. Zum Jahresende 2024 war die bisherige Begegnungsstätte geschlossen worden.

Künftig soll Schwarzenshof als Ort für Freizeiten, Tagungen, Bildungsangebote und geistliche Orientierung erhalten und weiterentwickelt werden. Vorgesehen sind Angebote für Kinder- und Jugendgruppen, Familien, Schulklassen, Vereine, Gemeinden sowie kirchliche und soziale Träger. Ergänzend ist eine Bibelschule für Erwachsene geplant. Insgesamt soll der Standort perspektivisch bis zu 175 Betten umfassen. Die Planungs- und Umbauphase soll nun vorbereitet werden. Der Start des Betriebs ist für Herbst 2026 vorgesehen.

Dankbarkeit nach einem schmerzvollen Prozess

Die Evangelisch-methodistische Kirche begleitet die Übergabe hin zur künftigen Nutzung von Schwarzenshof. Für diese stellvertretend äußert sich Superintendent Thomas Roscher: »Für uns als Evangelisch-methodistische Kirche verbindet sich eine lange Tradition mit dem Ort Schwarzenshof. Die Schließung des Betriebs war für uns ein schmerzvoller Prozess. Umso dankbarer sind wir, dass nun die segensreiche Geschichte weitergeschrieben werden kann.«

Vom Vogelherd zur Begegnungs- und Bildungsstätte

Schwarzenshof blickt auf eine lange Geschichte zurück. Aus einem nahe dem Dorf Schaala gelegenen Vogelherd, einem Vogelfangplatz, entstand ab 1856 ein Landwirtschaftsbetrieb mit Gastronomie, der nach seinem ersten Besitzer Schwarzenshof genannt wurde. Nach einem Brand der Wirtschaftsgebäude im Jahr 1906 erwarb eine Vorgängerkirche der Evangelisch-methodistischen Kirche 1923 das Wohn- und Gasthaus, um dort ein Altersheim einzurichten. Dieses wurde 1925 eingeweiht. Später ergänzten eine Jugendherberge und ein Ferienheim das Anwesen zu einer Begegnungs- und Bildungsstätte. Der Förderverein Schwarzenshof wird die Arbeit auf Schwarzenshof weiter unterstützen.

 »Viele Generationen haben auf dem Schwarzenshof geistliche Prägung, Gemeinschaft und Ermutigung erlebt«, sagt Marcus Witzke, Vorstand der Hoffnungsträger-Stiftung. »Im Geist der Gründerinnen möchten wir diesen Ort erhalten: mit seiner Kapelle, seinen Häusern und seiner besonderen Lage mitten in Thüringen.«

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