Gesucht: das Hoffnungswort 2027

Während jedes Jahr das »Unwort des Jahres« gewählt wird, sucht das ökumenische Netzwerk »Eine Erde« nun einen Begriff mit einem anderen Vorzeichen: das »Hoffnungswort 2027«. Die Aktion ist am 1. September 2026 pünktlich zum Beginn der ökumenischen Schöpfungszeit gestartet. Vorschläge können bis zum 31. Mai 2027 eingereicht werden.

Beim »Unwort des Jahres« geht es um die zerstörerische Kraft von Sprache. Die Aktion rügt Begriffe, die Menschen abwerten, gesellschaftliche Missstände beschönigen oder die Realität gezielt verzerren. Der Aufruf des ökumenischen Netzwerks »Eine Erde«, dem auch die Evangelisch-methodistische Kirche (EmK) angehört, richtet den Blick auf eine andere Wirkung von Sprache und stellt die Frage:

Welche Worte richten auf? Welche geben Mut, öffnen den Blick und bringen Menschen ins Handeln?

Hoffnung, die Wurzeln schlägt

Gesucht werden Begriffe, die Zuversicht stiften und zeigen, dass eine gerechte soziale und ökologische Erneuerung gelingen kann und vielerorts bereits begonnen hat. Das Thema Hoffnung spielt derzeit auch in der EmK eine besondere Rolle: Mit seiner Tour »Hoffnung unterwegs« besucht Bischof Werner Philipp Gemeinden in ganz Deutschland, hört zu und pflanzt gemeinsam mit ihnen Apfelbäume. Bei diesen Besuchen macht er deutlich, dass der christliche Glaube und das Vertrauen auf Jesus Christus die Quelle für diese Zuversicht sind. Hoffnung soll Wurzeln schlagen, wachsen und Frucht bringen.

Genau hier setzt die Aktion »Hoffnungswort 2027« an, ohne die Krisen der Gegenwart kleinzureden. Klimawandel, Kriege und wirtschaftliche Unsicherheit verschwinden nicht durch einen freundlicheren Wortschatz. Doch wer nur noch auf das Bedrohliche schaut, übersieht leicht, was bereits gelingt und welche Veränderungen möglich sind. Sprache prägt, wie Menschen die Welt sehen: Sie kann Angst verstärken, aber auch Zuversicht wecken und zum Handeln ermutigen.

Bei der Pressekonferenz zum Auftakt der Aktion beschrieb Projektleiterin Astrid Hake diese Kraft der Hoffnung so: »Wir hören täglich, wie schlecht es um die Welt steht. Dabei zeigen die Fakten: Vieles gelingt bereits, und noch mehr ist möglich, wenn wir es gemeinsam anpacken. Mit dem Hoffnungswort wollen wir dieser Zuversicht eine Stimme geben – und deutlich machen, dass insbesondere auch die Kirchen und die deutsche Ökumene ein Ort der Hoffnung sind.«

Vorschläge bis Mai 2027 möglich

Einzelpersonen und Gruppen können ihren Vorschlag mit einer kurzen Begründung einreichen. Möglich sind bekannte Begriffe, neu verwendete Wörter oder eigene Wortschöpfungen. Auch ein Ausdruck aus zwei Wörtern kommt infrage. Einsendeschluss ist der 31. Mai 2027. 

Aus allen Einsendungen wird zuerst eine Liste mit zehn Wörtern erstellt. Daraus wählt eine siebenköpfige Fachjury im Juni das endgültige Hoffnungswort aus. Der Jury gehören Fachleute aus Wissenschaft, Kirche, Kultur und sozialen Verbänden an.

Verkündet wird das Ergebnis am 4. Oktober 2027 zum Abschluss der Schöpfungszeit. Der Begriff wird anschließend als Jahresmotto die Arbeit von »Eine Erde« begleiten und als zentrales Leitwort in den Kalender »Schöpfungszeit« einfließen. Pressereferentin Constanze H. Latussek fasste das Ziel zum Abschluss der Pressekonferenz zusammen: Das Hoffnungswort solle viele Menschen erreichen und sie darin bestärken, sich gemeinsam für gesellschaftliche Veränderungen einzusetzen. Denn Sprache könne Mut machen und zum Handeln anregen.

 

Weiterführender Link

Vorschläge einreichen und Informationen zur Aktion: www.netzwerk-eine-erde.de/hoffnungswort

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