Bayerische Adventisten befürworten Frauenordination

Die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten (STA) in Bayern hat am zurückliegenden Sonntag, dem 4. Juli, im Rahmen ihrer Landesversammlung im fränkischen Puschendorf die Ordination von Frauen zu Pastorinnen beschlossen. Die als Gastmitglied zur Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF) gehörende Freikirche ringt schon seit längerem auf Weltebene sowie in kontinentalen und regionalen Untergliederungen um eine Klärung in der Frage der Frauenordination. Die Entscheidung der bayerischen Adventisten ist in dieser Diskussion ein weiterer Schritt, der die weltweit organisierte adventistische Kirche vor eine große Herausforderung stellt.

Entscheidung mit »gewisser Brisanz«

Ausgangspunkt dieser Entscheidung war ein jetzt der Landesversammlung vorgelegter und ausführlich begründeter Antrag zweier junger Pastoren, der darauf abzielte, die »vollumfängliche und einheitliche« Gleichstellung von Frauen und Männern im ordinierten pastoralen Amt zu erreichen.

Die Entscheidungsvorlage entbehre nicht einer »gewissen Brisanz«, heißt es in der Pressemitteilung des Adventistischen Pressedienstes (APD). Die adventistische Generalkonferenz, das auf weltweiter Ebene oberste Entscheidungsgremium der Freikirche, habe sich nämlich in den letzten Jahrzehnten bereits dreimal gegen die Frauenordination ausgesprochen, weshalb anderslautende Beschlüsse die Einheit der Kirche gefährden könnten, so APD.

Die Büchse der Pandora

Aus diesem Grund war die überregionale Kirchenleitung der Adventisten für Nord- und Ostdeutschland bereits durch die Weltkirchenleitung der Freikirche im Herbst 2019 verwarnt worden, nachdem für diesen Bereich die Frauenordination beschlossen worden war. Der bei der Tagung in Puschendorf anwesende Präsident der teilkontinentalen Kirchenleitung adventistischer Christen in West- und Südeuropa, Mario Brito, hatte laut APD-Mitteilung die Mitglieder der Landesversammlung deshalb auch gewarnt, dass womöglich »die Büchse der Pandora« geöffnet würde und man die Chance durch zu schnelles Vorgehen verspiele, wenn andere Regionen nicht mit einbezogen würden.

Wende eingeläutet

Mit einer Zweidrittel-Mehrheit (72 Ja-Stimmen, 35 Nein-Stimmen) unterstützten die Stimmberechtigten der Landesversammlung den Antrag zur Frauenordination, der noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung des Süddeutschen Verbands der Adventisten steht. In diesem Verband sind die Landesversammlungen der Adventisten in Bayern, Baden-Württemberg und der Region Mittelrhein mit Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland zusammengeschlossen. Mit dieser Entscheidung sei »ein historischer Meilenstein gesetzt, eine Wende eingeläutet und ein deutliches Signal für andere Regionen der Freikirche« gesetzt, so Pastor Matthias Grießhammer, einer der Delegierten.

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