Seit 30 Jahren: Brüdergemeine in Estland Teil der Unitätsprovinz
Die Brüdergemeine in Estland ist in diesem Jahr - nach dem Untergang der Sowjetunion und der Wiedererrichtung der Republik Estland – nun schon im 30. Jahr offiziell anerkannt und als »Besondere Gemeinschaft« im Sinne der Kirchenordnung Teil der Europäisch-Festländischen Provinz der Brüder-Unität.
Die Estnische Brüdergemeine (EBBG) als christliche-pietistische Gemeinschaft ist eine selbständige juristische Person mit Sitz des Vorstandes in Tallinn. Die Herrnhuter Arbeit begann Anfang der 1740er Jahre. Als Verdienst der Herrnhuter Brüdergemeine sind sowohl die Verbreitung der Bibel, zu deren erster Herausgabe in estnischer Sprache es 1739 dank herrnhuterischer Unterstützung kam, als auch die Förderung der Lese- und Schreibkundigkeit unter der Landbevölkerung zu nennen. Ebenso legten die Herrnhuter den Grundstein zu der bis heute fortlebenden estnischen Chorgesangs- und Bläserchortradition sowie aktuell der Jugendarbeit.
Zwar wurde der Brüdergemeine von den estnischen Behörden ihr Rechtsstatus wiedergegeben, nicht jedoch ihr monumentales Kirchengebäude in Tallinn mit Emporen und insgesamt 1.200 Sitzplätzen. Diese große Kirche war von der Sowjetunion der Firma »Tallinnfilm« übertragen worden. So stand die Brüdergemeine in Estland vor 30 Jahren vor der Aufgabe, sich nach einer neuen Versammlungsstätte umsehen zu müssen. Mit finanzieller Hilfe aus Schweden, Norwegen und Deutschland konnte sie ein kleines Gemeindehaus unweit des Stadtzentrums von Tallinn in der Endla-Straße 68 erwerben und schön herrichten.