Samstag der Weltmission: Mission in unruhigen Zeiten

Etwa 100 Gäste, die meisten online, verfolgten die Talkshow des „Samstag der Weltmission“ aus der EFG Berlin-Staaken. Durch die gemeinsame Veranstaltung vom Dienstbereich Mission des BEFG und EBM INTERNATIONAL (EBMI) führten Thomas Klammt und Fiona Waddell.

Christoph Haus und Michael Kißkalt, also der scheidende und der zukünftige Generalsekretär von EBMI, sprachen zusammen mit dem aus Kamerun zugeschalteten Regionalrepräsentanten Magloire Kadjio über ihr Erleben von Mission in unruhigen Zeiten.

Leitungswechsel bei EBM INTERNATIONAL: Gummihuhn und Ebenholzstab

Sowohl Christoph Haus als auch Michael Kißkalt waren in Kamerun als Missionare tätig. Auf die Frage, welchen Gegenstand sie mit dem Stichwort Mission verbinden, zeigte Christoph Haus ein Gummihuhn. Es steht für das Essen und den Lohn in natura in Kamerun, aber auch für die Ungerechtigkeit: Billige Hühnerprodukte aus Europa zerstören den Markt in Afrika. Für Michael Kißkalt war es ein geschnitzter Chef-Stab aus Ebenholz, die Anerkennung als Leiter. Der Stab ist leider zerbrochen. „Verantwortung ist zerbrechlich, und Leiter machen Fehler“, so Kißkalt, der ab Januar 2023 neuer Generalsekretär bei EBMI wird. Christoph Haus geht ab März 2023 in den Ruhestand: „Meine Berufung für EBM INTERNATIONAL hört aber nicht auf!“

Kamerun: Glaube gibt Halt

„In elementaren Lebensfragen trägt der lebendige Glaube“, berichtete Michael Kißkalt aus seiner Zeit als Missionar in Kamerun. Diese Nöte kennt auch Christoph Haus: Unter seiner Leitung mussten Missionare wegen Terrors evakuiert werden, er schlichtete Streit in der Bundesleitung in Kamerun, zuletzt stellte die Corona-Pandemie die Partner weltweit vor große Herausforderungen. Magloire Kadjio, der in seinen Einsatzgebieten bereits Ebola, Bürgerkrieg und politische Unruhen erlebte, berichtet: „Im Team fand ich immer Ermutigung. Und durch Gott weiß ich mich in meiner Berufung getragen. Das gibt mir Halt!“

Ukraine: 3.000 Taufen trotz aller Herausforderungen

Helle Liht aus dem Generalsekretariat der Europäischen Baptistischen Föderation (EBF) berichtete von den Baptistengemeinden in der Ukraine. 46 Kirchen wurden beschädigt oder zerstört, 225 Pastoren mussten innerhalb des Landes flüchten, 97 Hauptamtliche sogar ins Ausland gehen. 120 Pastoren und Diakone sind im Militärdienst, drei Gemeinden wurden in den annektierten Gebieten in Kasernen umgewandelt. Bei all den Kriegsnöten und den großen Sorgen, auch um den nahenden Winter, gibt es auch Gutes zu berichten: 260 Gemeinden sind noch aktiv, 40 neue Pastoren haben ihren Dienst aufgenommen und es gibt mehr als 20.000 neue Besucher in den Gottesdiensten. Allein in den letzten drei Monaten wurden 3.000 Gläubige getauft. Helle Liht zeigte sich weiterhin sehr beeindruckt von der zuverlässigen humanitären Hilfe in der Ukraine, Moldau und anderen Nachbarländern, die von Christen mit großem Engagement umgesetzt wird.

Die Interviews der Veranstaltung können auf www.baptisten.de/weltmission angesehen werden.

Fotos: Cora Zacher

Mehr erfahren (externer Link)

Zurück zur Liste Startseite