Eine Reise in die baptistische Welt

Über 4.000 Interessierte aus 140 Ländern schalteten sich den Programmen des BWA-Kongresses zu, die fast rund um die Uhr verteilt waren, um alle Zeitzonen der Welt zu erreichen.

Der 22. Kongress des Baptistischen Weltbundes (Baptist World Alliance, BWA) fand vom 7. bis 10. Juli erstmals komplett virtuell statt. Über 4.000 Interessierte aus 140 Ländern schalteten sich den Programmen zu, die fast rund um die Uhr verteilt waren, um alle Zeitzonen der Welt zu erreichen.

Bei der Eröffnungsfeier um Mitternacht mitteleuropäischer Zeit predigte Ngwedla Paul Msiza aus Südafrika, Präsident der BWA von 2015 bis 2020. Für eine Fragerunde mit dem Generalsekretär der BWA, Elijah Brown, mussten Deutsche um 5 Uhr morgens aufstehen. Die meisten Plenarveranstaltungen waren für uns um 14 Uhr, für Amerikaner frühmorgens, für Asiatinnen abends.

So ist es tatsächlich gelungen, einen Kongress mit weltweiter Beteiligung zu gestalten. Für uns wurde auf einer Weltkarte sichtbar gemacht, aus welchem Ort der jeweilige Beitrag kam. Bibeltexte wurden in zehn Sprachen gelesen, die Musik kam aus vielen verschiedenen Ländern, unter anderem aus Brasilien, den USA, Israel, Südafrika, Indien, Australien, und auch aus Dortmund von Jan Primke und Band! Bibelarbeiten und Seminare, thematische und regionale Runden, Musikfestivals und Gebetszeiten – ein in jeder Hinsicht buntes Programm!

Das Thema „Together“ wurde an jedem Tag neu entfaltet: together in diversity, together in mission, together in justice, together in hope. Im Abschlussgottesdienst feierten wir gemeinsam das Abendmahl mit einer bewegenden Liturgie, und wurden vom neuen Präsidenten der BWA, Tomás Mackey, aus Argentinien gesegnet und gesendet.

Für die Deutschen beim Kongress gab es das Angebot einer „Studienreisegruppe“, die sich jeden Tag für eine Stunde zum Gespräch per Zoom traf. Als Gäste hatten wir zu unseren Treffen die ehemalige BEFG-Generalsekretärin Regina Claas, Carolina Mangieri, Paul Msiza, Cesar Sotomayor und Ceu Hnin eingeladen, die uns Einblicke in ihre Erfahrungen in der BWA und speziell in Südafrika, Österreich und Myanmar gaben. Schön und hilfreich war der Austausch der Kongress-Erfahrungen, die ja für jede und jeden anders aussahen.

Drei Teilnehmerinnen erzählen davon:

Ein Highlight war die Vorkonferenz der Frauen zum Thema „Life“, auf der mich die bunte Vielfalt der Glaubens- und Lebensweisen, der Projekte, der Landschaften und der Musik aus so vielen Ländern unserer Welt, der Lebensmut und die Lebensfreude dieser Frauen, gerade auch aus Ländern, wo es den Menschen nicht so gut geht wie uns, stark beeindruckt haben.

Viele neue Informationen über Baptisten aus aller Welt erweitern meinen Horizont: Ich habe erfahren, dass es in Myanmar 1,7 Millionen Baptisten gibt und dass es dort schon Baptisten gab, bevor Oncken den Baptismus nach Deutschland brachte. Seinen Leitsatz: „Jeder Baptist ein Missionar“, mit dem ich aufgewachsen bin, hörte ich in einem Vortrag von Elie Haddad aus dem Libanon. Auch die Seminare zum Thema „Wie kann ich meinen Glauben behalten in einer sich verändernden Welt“ und „Psychische Gesundheit – die stille Epidemie“ haben mir neue Impulse gegeben.

In der BWA habe ich Menschen gesehen, die ihren Glauben in Taten umsetzen, die etwas zu sagen haben und meiner Meinung nach einen großartigen „Job“ machen! Ich finde es bemerkenswert, was die BWA auch auf politischer Ebene für Gerechtigkeit, Religionsfreiheit und Menschenrechte tut, sie spricht dort auch für uns!

Wie gut, dass ich durch den Bundesgottesdienst im Juni auf die „Studienreise“ zur BWA aufmerksam wurde. Ich bin sehr dankbar für diese erlebnisreichen Tage!
Gisela Woock

Sehr herausfordernd fand ich die Veranstaltung zum Thema Gerechtigkeit: Erfahrungen aus Südafrika, dem Libanon und Myanmar machen Mut, danach zu fragen, wo es für mich, an meinem Ort, einen konkreten Auftrag geben könnte. Mein persönliches Highlight aber war eine „Global Connection Group“: mit sechs Leuten aus dem Libanon, aus Jamaika, Japan und Australien haben wir Geschichten und Erfahrungen unseres Glaubens ausgetauscht. Hier bekam die Vielfalt für mich Namen und Gesichter – sehr bereichernd!
Cornelia Klammt

Mich hat die Bandbreite des Kongresses sehr beeindruckt und inspiriert; und mir ist zum ersten Mal so richtig bewusstgeworden, wie viele Baptisten es auf der Welt gibt. Ich hoffe sehr, dass ich in fünf Jahren beim nächsten Kongress in Australien dabei sein kann.
Anja Pallasch

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