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Erklärungen

Mennoniten
02.06.2020, von mennonews.de

Harding-Meyer-Ökumenepreis 2020 an drei Preisträger verliehen

 

STRASSBURG – Im Dezember 2018 verstarb Harding Meyer, eine

führende Persönlichkeit der ökumenischen Bewegung der vergangenen fünfzig

Jahre. Er prägte den internationalen lutherisch-katholischen Dialog

entscheidend; viele methodologische Ansätze der derzeitigen Ökumene gehen auf

ihn zurück („versöhnte Verschiedenheit“, „differenzierender Konsens“ usw.).

 

 

 

Um seine ökumenischen Ansätze weiterhin zu

fördern, hat Harding Meyers Witwe, Dagmar zur Nedden, in Zusammenarbeit mit dem

Kuratorium des Instituts für Ökumenische Forschung in Strasbourg den

Harding-Meyer-Ökumenepreis gestiftet. Der Preis soll alle zwei Jahre verliehen

werden und hat eine Höhe von 3000 EUR. Für den Preis 2020 wurden 10

hervorragende Arbeiten von Bewerbern aus verschiedenen Ländern und

verschiedenen christlichen Traditionen eingereicht. Drei davon werden

ausgezeichnet; die Preisträger erhalten jeweils 3000.- EUR. Die drei Arbeiten

sind wichtige Beiträge zum katholisch-lutherischen Dialog wie auch zum

innerevangelischen Dialog und führen die methodologischen Ansätze von Harding

Meyer fort.

 

 

 

Die Arbeit der mennonitischen

Theologin Anne Cathy Graber (Frankreich) [Marie. Une lecture comparée de Redemptoris Mater (Johannes Paul II) et du

Commentaire du Magnificat (Luther) à la lumière des dialogues œcuméniques, Paris

, Cerf, 2017] vergleicht Luthers Auslegung des Magnificat mit der Enzyklika von Johannes Paul II. (Redemptoris Mater). Auf Harding Meyers

methodologische Ansätze zurückgreifend legt sie dar, dass in vielen

traditionell umstrittenen Fragen der Mariologie ein differenzierender Konsens

vorliegt, auch wenn noch manche Bereiche einer weiteren Klärung bedürfen.

 

 

 

Die Arbeit des deutschen

evangelischen Theologen Jan Gross [Pluralität als Herausforderung. Die Leuenberger Konkordie als

Vermittlungsmodell reformatorischer Kirchen in Europa, Göttingen, V&R,

2018] ist dem lutherisch reformierten Gespräch in Europa gewidmet. Gross zeigt,

wie Harding Meyers Ansätze nicht nur die Entstehung der Leuenberger Konkordie

kennzeichnen. Sie prägten darüber hinaus die Verwirklichung der

Kirchengemeinschaft in der Gemeinschaft der Evangelischen Kirchen in Europa

(GEKE).

 

 

 

Die Arbeit des römisch-katholischen

Theologen Jakob Karl Rinderknecht (USA) [Mapping the Differentiated Consensus of the Joint Declaration, Palgrave,

2016] bietet eine differenzierende Analyse der Gemeinsamen Erklärung zur Rechtfertigungslehre und der Kontroverse,

die sie auslöste. Harding Meyer war der Verfasser des ersten Entwurfes der Gemeinsamen Erklärung. In dieser Arbeit

wird die Methode des differenzierenden Konsenses erläutert und

sprachtheoretisch weiterentwickelt.

 

 

 

Der Harding-Meyer-Ökumenepreis soll während des internationalen Sommerseminars, das das Institut für Ökumenische Forschung in jedem Jahr veranstaltet, verliehen werden. Wegen der derzeitigen Pandemie kann das Seminar in diesem Sommer nicht stattfinden. Der Preis wird darum erst 2021 überreicht werden. Die nächste Verleihung findet 2022 statt.

 

 

 

Informationen und Bewerbungen sind zu richten an: Institut für Ökumenische Forschung, 8 rue Gustave-Klotz, F – 67000 Strasbourg (strasecum@ecumenical-institute.org ; Stichwort: Harding-Meyer-Ökumenepreis).

 


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