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»Mutig und klar«

Der EmK-Bischofsrat äußert sich entsetzt über die Immigranten- und Länderschelte des US-Präsidenten. Die Aussagen seien »widerlich« und »rassistisch«.

„Etwas verändern, statt nur auf die große Politik zu warten“

Am Martin Luther King Day, der in den USA ein nationaler Feiertag ist, wurde auch in der Berliner Sophienkirche des berühmten amerikanischen Bürgerrechtlers und Baptistenpastors gedacht. Hier hatte Ki

Evangelische Allianz: Ekkehart Vetter auf der MEHR!-Konferenz

„Wenn ein Zug Fahrt aufnimmt, der in Richtung Neuevangelisierung Deutschlands fährt, dann sollte sich niemand zu schade zu sein, auch auf den anfahrenden Zug noch aufzuspringen und mit zu wirken.“ Da

Friedensbewegung ist wichtig und notwendig

BONN – Der Friedensbeauftragte des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Renke Brahms, hat die Bedeutung und die Notwendigkeit der Friedensbewegung hervorgehoben. Anlass ist die G

Zum Jahreswechsel: 12 Thesen zur Zukunft der Evangelischen Allianz

Was ist für die Zukunft der Deutschen Evangelischen Allianz wichtig? Dazu haben der Vorsitzende des Dachverbandes der Evangelikalen in Deutschland, Ekkehart Vetter (Mülheim an der Ruhr), und der Zwe

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Erklärungen

Glaube an Christus befreit

500 Jahre Reformation: Botschaft der Vereinigung Evangelischer Freikirchen

Veröffentlicht am 20. Oktober 2016

Als evangelische Freikirchen sind wir Teil der Reformation, einer historischen Erneuerungsbewegung, die bis heute Einfluss auf Christen weltweit und auf ganze Gesellschaften hat. Die Reformation hat unser Denken und unsere Art zu leben nachhaltig geprägt. Die Mitgliedskirchen der Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF) stehen in dieser evangelischen Tradition, die unter anderem von Petrus Valdes und Jan Hus mutig vertreten wurde und sich im 16. Jahrhundert durch das Wirken von Martin Luther, Huldrych Zwingli, Johannes Calvin und anderen in Europa ausbreitete. Viele Freikirchen wurden durch den täuferischen Flügel der Reformation stark geprägt.

Als Freikirchen vertreten wir die Theologie der Reformation mit der Zuspitzung: „Gottes Heilsangebot, nämlich Vergebung und Erlösung durch Jesus Christus, fordert die Antwort des Menschen heraus. Diese Antwort muss jeder für sich selbst geben. Der Glaube ist ein Geschenk Gottes, das persönlich angenommen werden muss“ (siehe www.vef.de/was-uns-verbindet). Diese Überzeugung gründet in der Theologie der Reformation, wie sie sich auch in den „Soli“ ausdrückt: Der glaubende Mensch wird nicht durch seine Werke, sondern allein durch Gottes Gnade (sola gratia) errettet und durch den persönlichen Glauben (sola fide) gerechtfertigt. Der Sohn Gottes (solus Christus) ist Grundlage unseres Glaubens. Darin ist das Wort Gottes (sola scriptura) unsere Richtschnur.

In reformatorischer Tradition sind wir überzeugt, dass das freimachende Gnadenangebot des Glaubens allen gilt. Die persönliche Entscheidung für den Glauben verändert Menschen. Glaube ist gelebtes Vertrauen in Gott. Glaube ist die Antwort des Menschen auf Gottes Reden und zugleich ist er von Gottes Geist geschenkt. Glaube befreit uns Menschen von zerstörenden Mächten. Glaube und Tat gehören untrennbar zusammen. Glaube ist persönlich, doch er hat gesellschaftlich-öffentliche Konsequenzen.

Einige Grundsätze und Ausdrucksformen reformatorischer Theologie wurden von den heutigen Freikirchen in besonderer Weise weiterentwickelt und mit Leben gefüllt. So stehen wir etwa für ein konsequent gelebtes Priestertum aller Gläubigen. Durch den Glauben wird für jeden Menschen nicht nur eine Beziehung mit Gott möglich. Auch die Mitwirkung in Aufgaben und Diensten in der Ortsgemeinde steht in den Freikirchen grundsätzlich allen offen, die sich für den Glauben entschieden haben.

Manche Errungenschaften der modernen Gesellschaft lassen sich auf die Reformation zurückführen, und die Freikirchen hatten entscheidenden Anteil daran. Eine der Wurzeln des modernen Freiheitsverständnisses – vor allem in Nordamerika – ging von baptistischen Theologen wie Roger Williams aus. Sie trugen dazu bei, dass Religions- und Gewissensfreiheit als Grundrecht für alle deklariert wurde. Die Heilsarmee setzte sich bereits im 19. Jahrhundert dafür ein, dass Frauen gesellschaftlich den Männern vollkommen gleichgestellt werden. In der Heilsarmee wie in anderen Freikirchen hat der Einsatz für Menschenrechte eine lange Tradition, denken wir nur an den Baptisten Martin Luther King, das Engagement der Mennoniten für Frieden oder die Methodistin Sojourner Truth, die – als Sklavin geboren – die Sklaverei bekämpfte und sich für das Frauenwahlrecht einsetzte.

Dennoch kommt es bis heute auch immer wieder vor, dass wir die Werte, die uns wichtig sind, nicht leben und vertreten. Wo immer wir uns für Ziele einsetzen, die sich aus unserem Glauben ergeben, bekennen wir deshalb demütig, dass wir es oft nur ungenügend schaffen, unseren Mitmenschen Würde und Wert zu geben.

Im Jahr 2017 besinnen wir uns als Freikirchen in Deutschland auf unsere Wurzeln in der Reformation und auf die Inhalte, für die wir deshalb stehen. Wir beten, dass Gott bei allen, die sich mit der Reformation beschäftigen, Glauben weckt und stärkt. Wir wollen so leben und verkündigen, dass Glaube geweckt und gestärkt wird. Der Glaube ist es, der Menschen verändern kann. Gott macht Menschen frei, für ihn haben wir einen unermesslich hohen Wert. Als Ausdruck unseres Glaubens engagieren wir uns für Menschenrechte, für Religions- und Gewissensfreiheit, für Frieden, Respekt und Chancengleichheit.

Christus befreit. Das glauben und bezeugen wir.