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Willow-Creek Leitungskongress 2018: Zukunft – Hoffnung – Kirche – Du und ich!

Schon früh im Jahr startete einer der größten christlichen Kongresse 2018: der Willow-Creek-Leitungskongress. Vom 8. bis 10. Januar trafen sich 12.135 Pastorinnen und Pastoren, Gemeindeleitungsmitgli

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MV
13.02.2018, von

Willow-Creek Leitungskongress 2018: Zukunft – Hoffnung – Kirche – Du und ich!

 

Schon früh im Jahr startete einer der größten christlichen Kongresse 2018: der Willow-Creek-Leitungskongress. Vom 8. bis 10. Januar trafen sich 12.135 Pastorinnen und Pastoren, Gemeindeleitungsmitglieder und Mitarbeitende aus evangelischen, katholischen, Landes- und Freikirchen, unter ihnen 280 aus dem Mülheimer Verband, um über die Themen Zukunft, Hoffnung, Kirche nachzudenken und sich für die tägliche Gemeindearbeit schulen und motivieren zu lassen. Zentraler Veranstaltungsort war die Westfalenhalle Dortmund, wo knapp 10.000 Teilnehmer zusammenkamen. An weiteren sechs Veranstaltungsorten zwischen Neumünster, Leipzig, Karlsruhe und Bremen waren über 2.300 Teilnehmer per Livestream verbunden.

 

 

Der Startschuss fiel am Donnerstagmorgen. In zehn Vortragseinheiten sprachen Referentinnen und Referenten aus der Willow-Creek Community-Church in Chicago und anderen Teilen der USA, Deutschland und der Schweiz über Fragen von Leitungsaufgaben, Kultur, Strategie, den Service in und die Zukunft von Kirchen und Gemeinden. Zu den prominenten Sprecherinnen und Sprechern gehörten neben dem (noch) ltd. Pastor der Willow-Creek-Gemeinde Bill Hybels, Prof. Michael Herbst aus Greifswald, der Leiter der Pastoralabteilung des Bistums Hildesheim Dr. Christian Hennecke, die Kultursoziologin Prof. Erin Meyer aus Paris, sowie der Gastronom und frühere Chef der weltweiten Ritz-Carlton-Hotelkette Horst Schulze, der während seines instruktiven Vortrags in amerikanischem Englisch immer wieder in das breite Moseldeutsch seiner Herkunft verfiel und es zum Spaß des Auditoriums erst merkte, wenn er ins Englische gedolmetscht wurde.

Der Leitungskongress 2018 sendet die Teilnehmer mit zehn Kernbotschaften aus:

1. Respekt für jeden – immer! Respektlosigkeit, Hass, Unfrieden dominieren nicht nur die aktuellen Kriegsschauplätze, sondern auch unsere sozialen Medien und mittlerweile sogar Unternehmen, Gastronomie und – Gemeinden. Wir brauchen einen neuen Höflichkeitscode für den Umgang miteinander. „Wir sind zu schnell, haben zu viele Mails, zu viele Meetings – und zu wenig Zeit zur Reflexion.“ 15 Minuten täglich „Stille Zeit“ mit Jesus ist ein Anfang. (Bill Hybels)

2. Mission, und gerade internationale, muss die kulturellen Verschiedenheiten berücksichtigen. Das wirkt sich bis in die Teamkommunikation aus. Die kulturelle Wertekurve (Culture-Map) mäandert durchaus in unterschiedliche Richtungen, wenn man sie nebeneinander stellt, z.B. im beim Üben und im Umgang mit Kritik. Internationale Teams haben damit zu kämpfen. Leitung muss hier kompetent, sensibel, authentisch und flexibel agieren. (Erin Meyer, ihre Präsentationsfolien [gibt es auf der Willowcreek-Homepage])

3. „Gott stellt die Kirche auf den Kopf: Nicht Form, Gestalt, evangelisch oder katholisch macht Kirche aus, sondern Christus unter uns.“ Kirchliche Leitungspersönlichkeiten haben die Aufgabe, sich „vom Machen und Herrschen zum Dienen und Ermöglichen“ zu bekehren. „The Blumentopf-Church“: Aus dem Bodensatz der Leitung sprießen neue Blumen durch das Substrat Gemeinde und wachsen über sich hinaus. (Christian Hennecke)
„Mündiges, lebendiges Christsein“ ist das Markenzeichen für Bekehrung, Wiedergeburt, Geisttaufe und wie die die Chiffren in der evangelikalen Szene auch heißen mögen. Kongresse wie Willowcreek bieten die Chance, „sich noch einmal von Jesus rufen zu lassen.“ Der Missionsauftrag der Kirche gilt nicht nur den Leiterinnen und Leitern – dann ist sie „auf Salzstangen gebaut“. Welche Trainingsmöglichkeiten bieten wir unseren Mannschaften? (Michael Herbst)

4. Demut und Abhängigkeit von Gott sind Handlungsmaximen Gideons in Ri. 4. Abschieben der Verantwortung für eine bessere Welt auf andere, oder Selbstgenügsamkeit sind destruktive Taktiken, die auch unter Christen zu finden sind. Daher gilt: „Echt werden und dahin kommen, dass sich unsere Sicht deckt mit der, wie Gott uns sieht.“ Dann sind wir „echte Helden“. (Danielle Strickland)

5. Kirche ist auch Dienstleisterin. (Mk 10, 43f; Mt. 10, 1+8 par.) Dazu gehört eine profunde Willkommens- und Verabschiedungskultur. „Kunden kommen nur wieder, wenn sie Vertrauen in Dich gefasst haben“. Erwartet wird ein fehlerfreies Produkt und so wenig Wartezeit wie möglich (Heilung sofort...). Alle Mitarbeiter müssen die Vision und die Ziele des Unternehmens ständig präsent haben. Immerhin geht es in der Gemeindearbeit um die Ewigkeit: „Das erfordert größere Taten.“ (Horst Schulze)

6. „Kirche ist wie ein Gewächshaus: Wenn Umgebung, Wärme, Licht, Klima, stimmen, dann geschieht enormes Wachstum. Dann werden Menschen kommen, weil sie hier ihre Sehnsucht treffen.“ (Freimut Haverkamp)
Leidenschafts-Killer sind: Angst, Einsamkeit, Erschöpfung, Leere und Resignation. Gegenmittel: Dankbarkeit, Wohlwollen, Zeiten der Entspannung, beten, die Gegenwart Gottes im Alltag genießen. (Tobias Teichen)

7. „White spaces“, strategische Pausen, gehören zum Selbst-Management im Alltag, sowohl im Beruf als auch zu Hause. Zeit-Räume zu schaffen für Geistliche Übungen am Tag, in der Woche, im Monat und im Jahr, meine „Dates mit Gott“ und lieben Menschen gehören ebenso zur Exzellenz, Produktivität und Effizienz wie alle anderen beruflichen Fertigkeiten. (Juliet Funt)

8. Selbst-Leitung ist die schwierigste Leitungsaufgabe. Christus in uns handeln zu lassen, entlastet und stärkt, flieht nicht vor den eigenen Fehlern und Schwächen und entschleunigt im Stress. (Thomas Härry)
Leitende sind mit drei Fragen ihrer Zielgruppen konfrontiert: Liebst Du mich? Kannst Du mir helfen? Und kann ich Dir vertrauen? Wertschätzung des Anderen ist der Schlüssel für meinen Beitrag für die Gemeinschaft, die Stadt oder das Land. (John Maxwell)

9. Leitung ist kein Einsamkeits-Schicksal. Online-Sein mit Gott und sich von anderen Coachen zu lassen ist für die Gesundheit der Seele und des Geistes unabdingbar. (Henry Cloud)

10. Der Kongress wäre „perfekt“, wenn wir alle als Teilnehmende unsere Identität als Christen lebendig halten, unsere Charismen kultivieren und Jesus als Personifizierung der Liebe Gottes allen bekannt machen. (Bill Hybels)

 

 

 

 

 

 

Der Geschäftsführer von Willow Creek Deutschland, Karl-Heinz Zimmer, zeigte sich zum Abschluss des Leitungskongresses sehr zufrieden: „Auch nach mehr als zwei Jahrzehnten Willow Creek in Deutschland wächst die Arbeit weiter. Immer mehr Kirchengemeinden profitieren von den Impulsen, Ideen und Kontakten, die sie auf dem Leitungskongress bekommen. Das ist sehr wichtig – denn „die Ortsgemeinde ist die Hoffnung der Welt“ (Bill Hybels).“ Willow-Creek-Gründer Billy Hybels nannte die Veranstaltung in Dortmund den besten Kongress, den er in 25 Jahren in Deutschland erlebt habe.

Der Vorsitzende der Evangelischen Allianz Deutschland und Präses des Mülheimer Verbands Ekkehart Vetter, weiß die Impulse des Leitungskongresses schon lange zu schätzen: „Ich begleite die Willow-Bewegung bereits viele Jahre – oder besser gesagt: begleitet mich Willow schon sehr lange.“ Wenn ihm jemand vor 25 Jahren gesagt hätte, dass der Leitungskongress einmal mehr als 10.000 Besucher haben würde, hätte er dieses Ziel wohl noch etwas belächelt. Umso mehr freue es ihn zu sehen, wie stark die Nachfrage ist, denn Vetter ist überzeugt, dass die Inhalte, die auf dem Leitungskongress vermittelt werden, unabdingbar für erfolgreiche Leiterschaft sind: „Hier werden Strategien vermittelt, die verständlich sind, kompatibel für jeden. Willow-Leitungskongress ist nichts Abgehobenes, im Gegenteil, er ist nahbar, erlebbar, menschennah und ganz nah am Puls der Zeit.“

 

Vom 24. bis 26. Mai 2019 findet in Erfurt der Willow-Creek Jugendplus-Kongress statt. Der nächste Leitungskongress ist für 27. bis 29. Februar 2020 in Karlsruhe geplant.

Ausführliche Infos, Zusammenfassungen und Downloads der Referate sowie die Bildergalerie gibt es auf der [Willowcreek-Deutschland-Homepage].

(Bernd Steinfeld)


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