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baptisten
28.03.2018, von Julia Grundmann

Für Freiheit, Gerechtigkeit und Versöhnung

Baptisten in Deutschland erinnern an Martin Luther King

Mit zahlreichen Veranstaltungen erinnern die Baptistengemeinden des BEFG an den Todestag des berühmten Baptistenpastors und Bürgerrechtlers Martin Luther King jr., der am 4. April vor 50 Jahren ermordet wurde. „Kings Erbe ist auch für uns Baptisten in Deutschland heute noch von ungebrochener Aktualität“, würdigt der Präsident des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG), Michael Noss, das Leben und Wirken des schwarzen US-Amerikaners.

„Gerade im Hinblick auf die in den letzten Jahren erheblich angestiegenen rassistisch motivierten Gewalttaten in Deutschland ist es wichtig, dass wir uns nicht nur an King erinnern, sondern das, was er gelebt und wofür er gekämpft hat, zu unserem eigenen Anliegen machen“, sagt Michael Noss, selbst baptistischer Theologe. Kings oberstes Anliegen sei der Einsatz für Freiheit, Gerechtigkeit und Versöhnung gewesen. Umso dankbarer sei er, so Noss weiter, „dass dies in vielen Gemeinden unseres Bundes und darüber hinaus ganz selbstverständlich gelebt wird.“ Denn dies sei der Auftrag, den Jesus Christus den Menschen gegeben habe.

Auch Generalsekretär Christoph Stiba stellt fest, dass das „Bedürfnis nach Abgrenzung und die Vorurteile gegenüber dem Fremden in unserer Gesellschaft zugenommen haben.“ Deshalb freue er sich über die Entwicklung innerhalb des Bundes der Baptisten- und Brüdergemeinden und anderer christlicher Kirchen, bei denen er diese Tendenz nicht erkennen könne. „Gerade in den letzten Jahren ist die Zahl der nicht-deutschstämmigen Mitglieder in vielen Gemeinden erheblich gestiegen. Martin Luther King hat gesagt: ‚Kein Problem wird gelöst, wenn wir träge darauf warten, dass Gott allein sich darum kümmert.‘“ So verabschiedete beispielsweise der Bundesrat, das höchste Entscheidungsgremium der Kirche, im Jahr 2016 eine Resolution zum Thema „Bunte Gemeinde – Staunen über Christus im Anderen“, in der die Gemeinden sich selbst den Auftrag geben, langfristig das Miteinander ganz unterschiedlicher Menschen zu gestalten – unabhängig von körperlicher Verfasstheit, Alter, Geschlecht, Sprache sowie ethnischen, sozialen und kulturellen Hintergründe. „Denn“, davon ist Stiba überzeugt, „Gottes guter Geist setzt Menschen in Bewegung und macht sie zu Friedenstiftern.“

Mit Ausstellungen, Podiumsdiskussionen, Radioandachten und Vorträgen begehen zahlreiche Baptisten und Baptistinnen das Martin Luther King-Gedenkjahr. Bei einem Radiogottesdienst im Deutschlandfunk mit dem Thema „Der Traum lebt!“, der am 15. April um 10:05 Uhr aus der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde Oldenburg gesendet wird, wird Christoph Stiba die Predigt halten. Die Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde Hamm stellt auf ihrer Internetseite eine umfangreiche Online-Dokumentation zur Verfügung. Der BEFG-Landesverband Berlin-Brandenburg feiert in der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde Berlin-Steglitz gemeinsam mit der International Baptist Church Berlin am 15. April einen Gedenkgottesdienst. Ein sogenannter „Flashmob“ am Brandenburger Tor, bei dem im Januar über 100 Personen mit Kerzen in der Hand das Lied „We shall overcome“ gesungen haben, soll am Todestag Kings wiederholt werden.


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